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Klettertour Berchtesgadener Alpen Mai 2008

Klettersteige Europa Deutschland 05.-08. Mai 2008
Lars Reckemeyer, Eric Böttger
3 Tage mit Eric in den Berchtesgadener Alpen. Pidinger Klettersteig zum Hochstaufen. 2 Übernachtungen auf der Blaueishütte. Plattenweg und Querung (8 Seillängen), sowie ein wenig Sportkletterei.

Donnerstag

Was sich schon bei der Hnfahrt abzeichnete, war der Vorteil, dass wir um einen Tag versetzt zu den Pfingstferien abgefahren und wieder zurückgefahren sind. Die Aurtobahnen waren am Donnerstag nachmittag so leer, dass wir gegen 22:00h in Piding ankamen und sogleich das Zelt am Parkplatz des Klettersteigzustiegs aufgebaut haben. Noch ein Gute-Nacht-Pils und dann zeitig ins Bettchen.

Freitag

Um kurz vor sechs klingelte unser Wecker und innerhalb von 30min war das Zelt und die Schlafsäcke wieder im Auto verstaut. Wir sind dann zurück zur Autobahnraststätte und haben dort noch ein Kaffee eingenommen und uns ein paar Brote geschmiert, bevor wir wieder zurück zum Parkplatz fuhren um dann gegen 8:00h den Aufstieg zu beginnen.
Der Aufstieg ist recht mühsam, da er ständig gut bergauf ging. Vorbei am Blumengarten bis zur Moar-Alm. Dort habe ich schnell den Geocache entdeckt und kurze Zeit später ging es dann links ab zum Einstieg des Pidinger Klettersteig. Diesen erreichten wir so gegen 10:00h etwa in 1000m Höhe. Jetzt begannen die anstrengenden 700 Höhenmeter des Klettersteigs.
Gleich am Anfang wurde es schon arg senkrecht und ganz schön anstrengend. Der Rucksack zieht einen zusätzlich nach hinten, was zwangsläufig in die Arme geht. Nach der ersten Bewährungsprobe übernahm Eric den Rucksack und wir stiegen über ein Naß-Schneefeld weiter auf zum nächsten Einstieg.
Vorbei am ersten Notausstieg ging es wieder stark senkrecht und extrem exponiert hoch. Dabei gaben die Trittstufen den so gesuchten Tritt an den entsprechenden Stellen. Eins sei hier angemerkt, der Klettersteig ist sehr gut abgesichert und die Umschlagplaätze und die Tritte sind mit äußerter Bedacht gesetzt, nämlich genau an den Stellen, wo man sie benötigt. Das vermittelte ein gutes Gefühl und es kletterte sich recht harmonisch.
Nach dem zweiten Notausstieg kamen wir an weitere Naß-Schneefelder, die schon arg komprimiert waren und auch schon in der Sonne lagen. Um hier nicht unerwartet abzurutschen, sicherten wir uns mit unserem 30m Notseil über diese Passagen. Leider benötigt eine solche Aktion immer recht viel Zeit, aber Sicherheit geht vor...
Einen Mont-Grivel Eispickel fanden wir noch im Schnee, was dieser wohl für eine Geschichte zu erzählen hat? Man mag es sich gar nicht vorstellen.
Nach einer endlos erscheinden senkrechten Passage, die äußerst Kräftezehrend war erreichten wir den kleinen Sattel mit dem Gipfelbuch. Ein sportlicher älterer Herr überholte uns völlig ungesichert. Das kann ich immer nicht verstehen, zumal dieser Steig einer der schwierigsten überhaupt ist. Aber als "Norddeutsche" wird uns so etwas wohl immer unverständlich sein.
Nachdem wir das Gipfelbuch signiert hatten, waren die letzten Höhenmeter ein Klacks und erschöpft und auch ein wenig erleichtert, erreichten wir gegen 13:30h den Gipfel bei 1750m. Insgesamt benötigten wir für den Aufstieg der 1250m etwa 5,5h.
Oben angekommen fand ich noch meinen bislang höchsten Geocache "Hoch am Staufen" und wir genossen den tollen Rundumblick bei bestem Wetter. In der Reichenhaller Hütte konnten wir uns noch an zwei Weißbier erfreuen und über die "Steinerne Jäger" folgten wir mit Blick auf Bad Reichenhall den Kletterweg hinab ins Tal. Unser Auto erreichten wir gegen 17:00. Somit war klar, dass wir die vorher geplanten 900m zur Blaueishütte heute mit den schweren Beinen nicht mehr bewältigen wollten. Den Abend fuhren wir zum Hintersee hinter Ramsau, wo es noch ein warmes Abendessen in einem mittelprächtigen Lokal gab. Die Nacht verbrachten wir an dem Zustiegsparklpatz zur Blaueishütte wieder im Zelt.

Samstag

Auch heute morgen sind wir früh auf gewesen und haben die schon gestern gepackten Rucksäcke geschnappt und uns auf den beschwerlichen Aufstieg der 900m zur Blaueishütte (1680m) machen. Die Reservierungen, die ich schon telefonisch Anfang der Woche gemacht hatte, konnten wir gestern abend noch verschieben.
Vorbei an der Schärtenalm, wo es eine tolle Aussicht auf das Ramsauer Tal gibt und nicht zu vergessen nach dem Radler, kamen wir bald an die Materialbahn. Ab hier zogen wir uns unsere Gamaschen an, den hier lag noch eine Menge Schnee. Noch etwa 200m waren zu überwinden und gegen Mittag erreichten wir die Hütte.
Den Nachmittag verbrachten wir eher ruhig, nachdem wir unser Matratzenlager bezogen hatten. Da hier oben noch recht viel Schnee lag und einige Lawinenabgänge zu beobachten waren, mussten wir eh ertsmal abschätzen, was für uns hier oben möglich ist. Laut der Info der hier oben mit Kursen beschäftigen Bergsteiger-Guides konnten wir die vorher geplanten Alpin-Routen eh vergessen, da noch zu gefährlich.
Somit begügten wir uns mit einem Schneefeld-Spaziergang in Richtung Blaueisgletscher und schauten ein wenig bei den Kletterkursen des DAVs zu. Das Wetter und die Aussicht war eh genial und so war uns nicht wirklich langweilig. Wir beschlossen den nächsten Tag den Plattenweg zu gehen (4 Seillängen) um von dort dann auf der Höhe zu queren und im Schneefeld wieder abzusteigen, evtl. mit Steigeisen.
Der Abend auf der Hütte war sehr angenehm und das Weißbier schmeckt hier oben eh immer besser. Die Hütte war mit 50-60 Übernachtungsgästen schon recht voll. Man darf seine Ohrenstöpsel für die Nacht halt nicht vergessen.

Sonntag

Herrlich, wenn das Frühstück schon um 6h fertig ist und man sich nur bedienen muss. Insbesondere gab es noch Reste vom überaus leckeren Kuchen des Vortags.
Gegen 7:00h standen wir dann am Einstieg des Plattenwegs(II). Nach ein wenig Sortierzeit und Anlegen der Gurte, machte sie Eric an die erste Seillänge. Zwischen den Standplätzen gabe es auf den großen Reibungsplatten nicht wirklich viele Sicherungspunkte, aber dafür klebte der Stein wie Teufel. Auch mit den Bergstiefeln ging das hervorragend.
Nachdem wir den oberen Sicherungsring erreicht hatten, querten wir rechts leicht steigend dem Hang weitere 4-5 Seillängen. Dies verlief relativ unproblematisch und nach einem größeren Block, an dem das 60m Seil auch bis zum letzten Meter aufgebraucht war, standen wir an der Schneefeldkante und zogen unsere Gamschen an und bereiten die Eispickel vor. Am "kurzen Seil" gesichert am Eispickel stiegen wir in gut zu tretenden Stufen das Schneefeld ab und erreichten das untere Plateau. Etwa gegen Mittag erreichten wir auch wieder die Blaueishütte. Insgesamt hat diese kleine Tour auch wieder länger gedauert, als im Vorfeld gedacht.
Den Nachmittag verbrachten wir an der Sportkletterwand mit zwei Pärchen aus Köln, die dort eindrucksvolle 6er Vorstiege demonstrierten. Wir hielten uns aber an den niederigeren Zahlen auf, was auch Spaß machte. Die Sonne schien und wieder ging ein herrrlicher Tag zu Ende, der zünftig in der Hütte mit dem leckeren Essen und Hüttenatmospäre beendet wurde.

Montag

Aufstehen um 5:45h und Abmarsch nach dem Frühstück um 6:45h. Gegen 8:15h erreichten wir unser Auto und wir machten uns stressfrei auf den Heimweg. Zu Hause kamen wir erholt von einer tollen Tour am Nachmittag wieder an.
Auf der Blaueishütte waren wir bestimmt nicht zum letzten Mal.
©2009 Lars Reckemeyer - Letzte Änderung am 25.05.2009
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